FT-CI

Ägypten brennt!

29/01/2011

Die Auswirkungen des revolutionären Prozesses in Tunesien breiten sich immer auf die arabische Welt aus. Seit gestern hat der Radikalisierungsprozess in Ägypten einen gewaltigen Sprung gemacht. Entgegen der Meinung aller Analysten und Ägyptenkenner hat sich das ägyptische Volk erhoben, die Polizei von den Straßen vertrieben und die Armee zeigt Präsenz, greift aber noch nicht ein. Die Demonstranten fordern das proimperialistische und blutrünstige Regime von Mubarak offen heraus. Die wichtigsten Städte Ägyptens sind in Aufruhr. Die Bevölkerung durchbricht wieder einmal den gestern verhängten Ausnahmezustand und die Ausgangssperren. Hunderttausende Demonstranten konfrontierten die Polizeikräfte in Kairo, Suez, Alexandria und Ismailia, sie fordern das Abdanken des seit 30 Jahren an der Macht festhaltenden Mubaraks. Die Proteste, die größtenteils spontan entstanden waren weder von den legalen Oppositionsparteien und schon gar nicht von der mächtigen Bewegung der Muslimbrüder, der stärksten Oppositionskraft gegen Mubarak. Trotz der zahlreichen Festnahmen dachten die Demonstranten nicht im Entferntesten daran, sich zurück zu ziehen, vielmehr wurde die Polizei überrannt. Außerdem werden die Demonstrationen und Proteste von dem Volk und der in einigen Städten klar den ArbeiterInnen getragen, wie in Mahalla. Dort wurde schon mit den großen Textilarbeiterstreiks 2007-2008 der Generalstreik vom 4.April 2008 geebnet.

Das ägyptische Regime hat aus Angst, die Proteste könnten sich ausweiten, alle Verbindungen und sozialen Netzwerke, die die Jugend Kairos nutzt um zu den Protesten aufzurufen gekappt. Mubarak denkt, dass Repression und Armeepräsenz auf den Straßen ausreichen würden, um den Aufstand nieder zu schlagen. Dasselbe dachte auch Ben Ali bis zur letzten Minute, bis die Protestwelle ihn wegschwemmte. Es bleibt offen und zu beobachten, wie sich die Situation sowohl in Tunesien als auch in Ägypten entwickeln wird. Doch es scheint mehr denn je klar zu sein, dass die Demonstrationen auf der Burguiba Allee in Tunis den Beginn eines neuen arabischen Frühlings eingeleitet haben.
Doch wenn das ägyptische Regime auch (wenn auch schwerlich) noch die strategisch wichtige Hauptstadt unter Kontrolle halten kann, so ist das Regime seit diesem Freitag doch geschockt über die Ausdauer, Verbreitung und Gewaltbereitschaft des Protestes. Daher rühren auch die anscheinlichen Spaltungen innerhalb der Regierungspartei, die teilweise Mubarak dazu auffordern Reformen anzusetzten um so das Volk weiter zu führen.

Der große Unbekannte bleibt das Militär: Wird es den alten Autokraten unterstützten oder wird es Reformen suchen? Auch die bisher nicht im Vordergrund stehenden islamistischen Kräfte könnten im Fall von Ägypten konterrevolutionäre Schritte vorzuschlagen. Und sicherlich wird der aus dem Exil eingesetzte ElBaradei mehr für die Interessen der Imperialisten als für die wirklichen Interessen der unterdrückten Massen Ägyptens eingeflogen worden sein. Wir stehen vor wahrhaft unsicheren Zeiten in der arabischen Welt, die die Situation nicht nur in der Region grundlegend zu verändern vermögen. Auch Europa ist schlagartig betroffen und somit stehen durchaus Auswirkungen der gesamten internationalen Lage an.
Wir müssen heute den Kampf des ägyptischen Volkes unterstützten und für den Sturz der Mubarak-Regierung, als dem verlässlichsten Verbündeten des US-amerikanischen und auch deutschen Imperialismus in der Region eintreten und letztendlich für das Ende des gesamten Regimes einstehen.


- Es lebe der Kampf des ägyptischen Volkes!

- Nieder mit Mubarak und seinen Freunden, den Imperialisten!

Empfohlene Artikel

No hay comentarios a esta nota

Publikationen

  • EDITORIAL

    PTS (Argentina)

  • Actualidad Nacional

    MTS (México)

  • EDITORIAL

    LTS (Venezuela)

  • DOSSIER : Leur démocratie et la nôtre

    CCR NPA (Francia)

  • ContraCorriente Nro42 Suplemento Especial

    Clase contra Clase (Estado Español)

  • Movimento Operário

    MRT (Brasil)

  • LOR-CI (Bolivia) Bolivia Liga Obrera Revolucionaria - Cuarta Internacional Palabra Obrera Abril-Mayo Año 2014 

Ante la entrega de nuestros sindicatos al gobierno

1° de Mayo

Reagrupar y defender la independencia política de los trabajadores Abril-Mayo de 2014 Por derecha y por izquierda

La proimperialista Ley Minera del MAS en la picota

    LOR-CI (Bolivia)

  • PTR (Chile) chile Partido de Trabajadores Revolucionarios Clase contra Clase 

En las recientes elecciones presidenciales, Bachelet alcanzó el 47% de los votos, y Matthei el 25%: deberán pasar a segunda vuelta. La participación electoral fue de solo el 50%. La votación de Bachelet, representa apenas el 22% del total de votantes. 

¿Pero se podrá avanzar en las reformas (cosméticas) anunciadas en su programa? Y en caso de poder hacerlo, ¿serán tales como se esperan en “la calle”? Editorial El Gobierno, el Parlamento y la calle

    PTR (Chile)

  • RIO (Alemania) RIO (Alemania) Revolutionäre Internationalistische Organisation Klasse gegen Klasse 

Nieder mit der EU des Kapitals!

Die Europäische Union präsentiert sich als Vereinigung Europas. Doch diese imperialistische Allianz hilft dem deutschen Kapital, andere Teile Europas und der Welt zu unterwerfen. MarxistInnen kämpfen für die Vereinigten Sozialistischen Staaten von Europa! 

Widerstand im Spanischen Staat 

Am 15. Mai 2011 begannen Jugendliche im Spanischen Staat, öffentliche Plätze zu besetzen. Drei Jahre später, am 22. März 2014, demonstrierten Hunderttausende in Madrid. Was hat sich in diesen drei Jahren verändert? Editorial Nieder mit der EU des Kapitals!

    RIO (Alemania)

  • Liga de la Revolución Socialista (LRS - Costa Rica) Costa Rica LRS En Clave Revolucionaria Noviembre Año 2013 N° 25 

Los cuatro años de gobierno de Laura Chinchilla han estado marcados por la retórica “nacionalista” en relación a Nicaragua: en la primera parte de su mandato prácticamente todo su “plan de gobierno” se centró en la “defensa” de la llamada Isla Calero, para posteriormente, en la etapa final de su administración, centrar su discurso en la “defensa” del conjunto de la provincia de Guanacaste que reclama el gobierno de Daniel Ortega como propia. Solo los abundantes escándalos de corrupción, relacionados con la Autopista San José-Caldera, los casos de ministros que no pagaban impuestos, así como el robo a mansalva durante los trabajos de construcción de la Trocha Fronteriza 1856 le pusieron límite a la retórica del equipo de gobierno, que claramente apostó a rivalizar con el vecino país del norte para encubrir sus negocios al amparo del Estado. martes, 19 de noviembre de 2013 Chovinismo y militarismo en Costa Rica bajo el paraguas del conflicto fronterizo con Nicaragua

    Liga de la Revolución Socialista (LRS - Costa Rica)

  • Grupo de la FT-CI (Uruguay) Uruguay Grupo de la FT-CI Estrategia Revolucionaria 

El año que termina estuvo signado por la mayor conflictividad laboral en más de 15 años. Si bien finalmente la mayoría de los grupos en la negociación salarial parecen llegar a un acuerdo (aún falta cerrar metalúrgicos y otros menos importantes), los mismos son un buen final para el gobierno, ya que, gracias a sus maniobras (y las de la burocracia sindical) pudieron encausar la discusión dentro de los marcos del tope salarial estipulado por el Poder Ejecutivo, utilizando la movilización controlada en los marcos salariales como factor de presión ante las patronales más duras que pujaban por el “0%” de aumento. Entre la lucha de clases, la represión, y las discusiones de los de arriba Construyamos una alternativa revolucionaria para los trabajadores y la juventud

    Grupo de la FT-CI (Uruguay)